Gelungene Premiere für TGW-Jugendteam

Turnen 12. Juni 2018

TGW ist eine Sportart im Deutschen Turnverband und bedeutet „Turn-Gruppen-Wettkampf“.
Hier wird in drei von acht wählbaren Team-Disziplinen gegen andere Mannschaften angetreten. Neben dem Kernelement, dem Gruppenturnen am Boden, treten die Mannschaften zum Beispiel noch in einer Lauf- oder Schwimmstaffel aber auch in außergewöhnlicheren Disziplinen wie dem Medizinballweitwurf oder dem Orientierungslauf gegeneinander an. Neben sportlicher Vielseitigkeit ist bei diesem Mehrkampf vor allem auch Teamgeist gefragt.

In der TGS Walldorf gibt es bereits seit Jahren eine lange TGW-Tradition, zum einen basierend auf verschiedenen Generationen von Mannschaften, sowie Erfolgen auf Hessen- und Deutschlandebene, aber auch war die TGS in der Vergangenheit bereits schon einmal selbst Gastgeber der Deutschen Meisterschaften in Walldorf.
Mitte März war es nun wieder soweit, die Gründung einer neuen TGW-Generation stand bevor, eine neue Jugendmannschaft wurde aus der Taufe gehoben. Kaum gegründet stand dann aber schon bereits am 1.Juni die erste Bewährungsprobe für die Debütanten an.
Die gesteckten Ziele nach so kurzer Vorbereitungszeit waren dementsprechend auch für dieses Jahr sehr gemäßigt gehalten. Mit nur wenigen Wochen Vorbereitung und das in einem Zeitraum inklusive Osterferien und verlängerten Maifeiertagen, beschränkte man sich auf das Minimalziel erste Wettkampferfahrung zu sammeln und die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften erreichen zu wollen.

In diesem Bewusstsein und mit diesem Ziel fuhr man Anfang Juni nach Hemsbach zu den Landesmeisterschaften Baden-Württemberg und stellte sich nach nicht ganz ausgereifter Vorbereitung und Trainingsintensität dem Wettbewerb.
Trotzdem war die Motivation im Vorfeld hoch, wobei die Anspannung vor dem allerersten TGW-Wettkampf natürlich mindestens genauso groß war.
Diese machte sich auch gleich bei der allerersten Disziplin des Tages schneller bemerkbar als gehofft. Das Walldorfer Team startete mit der ersten Disziplin, der 6 mal 75m Pendelstaffel. Leider passierte bereits 10 Sekunden nach Wettkampfbeginn etwas, was eigentlich nicht passieren durfte. Das Staffelholz fiel gleich beim ersten Wechsel und so fiel ebenfalls die Mannschaftswertung für diese Disziplin um rund 2 Negativpunkte auf eine Wertung von 8,15 Punkten von möglichen 10, die bei der ansonsten enorm starken Sprintleistung in erreichbarer Nähe gewesen wären.
Solch ein Dämpfer gleich zu Beginn war für das Team natürlich kein glücklicher Auftakt, was allerdings weder der Motivation noch der weiteren Anspannung etwas anhaben konnte.
Immerhin ging es nicht um Titel oder die Konkurrenz, sondern man kämpfte für ein Punktekonto, das die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften ermöglicht.
Somit konnte das Team relativ unvorbelastet zur zweiten anstehenden Disziplin schreiten, dem Medizinballweitwurf. Hier zeigten sich die Mannschaft dann auch vom Vorherigen relativ unbeeindruckt und lieferte eine fast schon routinierte Wurfleistung von 9,85 Punkten ab, mit der man hauchdünn an der Höchstmarke von 10 Punkten vorbeischrammte.
Als finale Disziplin stand nun das Gruppenturnen am Boden an und damit einhergehend stieg auch der Anspannungsbogen und Adrenalinspiegel aller Beteiligter wieder an.
Zum einen weil sich das Team natürlich im Klaren darüber war, dass das Einstudierte aufgrund der knappen Vorbereitungszeit noch nicht bis ins Detail saß, zum anderen weil dies ja nicht nur für die Mannschaftsmitglieder Premiere war, sondern auch ob die ausgearbeitete Bodenchoreographie grundsätzlich den Testlauf vor der Jury bestehen würde.
Beide Bedenken war schlussendlich jedoch nicht begründet. Erwartungsgemäß lief die Vorstellung auch nicht ganz optimal, an einigen Stellen war es noch holprig und es bleibt noch einiges an Synchronität und Ausführung auszuarbeiten und zu verbessern. Aber das Team hat sich an diesem Tag enorm ins Zeug gelegt und sich mit dieser Ausgangsbasis eine respektable Leistung herausgeturnt. Trotz des offensichtlichen Optimierungspotentials wurde die Mannschaft mit einer sehr guten Wertung von 9,65 von möglichen 10 Punkten belohnt, was nicht nur die zweitbeste Punktzahl des Tages war, sondern auch die höchste Punktzahl, die eine TGS-Jugendmannschaft bis dato erreichen konnte. Die Erleichterung und der Jubel und über das Erreichte war verständlicherweise auch dementsprechend riesig.

Eine absolut gelungene Premiere im TGW-Geschehen, auf die die Mannschaft verdientermaßen sehr stolz sein kann. Feuerprobe bestanden.
Was die Platzierung im Zuge dieser Landesmeisterschaften angeht, wurde die TGS Walldorf als Verein aus dem Nachbarbundesland Hessen jedoch nicht gewertet. Rein rechnerisch hätte sich das Team mit den tatsächlich erreichten 27,65 Punkten auf Platz 8 unter den 25 Konkurrenzmannschaften eingereiht. Würde man den Fauxpas mit dem gefallenen Staffelholz nicht berücksichtigen, wäre das Team mit großem Abstand zum Nächstplatzierten bereits auf Rang 2 gelandet. Das Wichtigste war jedoch das Erlangen der Qualifikation und der erfolgreiche Testlauf zu sehen, wo man vom Niveau her tatsächlich steht.

Mitglieder der erfolgreichen TGW Jugendmannschaft sind folgende junge TGS-Athleten:
(auf dem Foto vordere Reihe von links nach rechts:) Lynn Doukas, Susanne Fehling, Emilie Grass, Leona Klein
(auf dem Foto hintere Reihe von links nach rechts:) Niclas Pfeiffer, Noah Voss, Niklas Velichkov, Jonathan Reichart
(auf dem Foto fehlt:) Tatjana Kunath