Modernen japanischen Kampfkunst Aikido

Aikido 15. November 2016

Der Begründer Morihei Ueshiba, wurde am 14. Dezember 1883 in Tanabe, einem kleinen Fischerdorf in der Nähe von Osaka, Japan, geboren. Sein Vater Yoroku Ueshiba stammte aus einer alten Samuraifamilie. Er ließ ihn sumo und schwimmen lehren. Mit 19 Jahren entdeckte Morihei sein Interesse an Kampfsportarten und trainierte im Kito-ryu Dojo Jiu-Jitsu.

Im Jahre 1903 trat er in die japanische Armee ein und erwarb sich im russisch/ japanischen Krieg 1904–1905 große Verdienste. Er folgte 1910 dem Aufruf der Regierung und ging nach Hokkaido. Dort traf er Takeda Sokaku, Großmeister des Daito-ryu-Aiki-jutsu, bei dem er bis 1918 trainierte. Auf der Heimreise zu seinem todkranken Vater lernte er den Begründer der Omotokyo-Sekte Wanisaburo Deguchi kennen. Er wurde von dessen pazifistischer Bewegung sehr stark inspiriert. Hier entdeckte er vermutlich auch die Philosophie des Aikido: Das Kämpfen des Nichtkämpfens.

1927 zog Ueshiba nach Tokio, wo er sich ein Dojo einrichtete. Bis an sein Lebensende verbesserte Morihei Ueshiba noch seine Techniken, trainierte genauso hart wie in jungen Jahren und vervollkommnete seine Philosophie.Er verstarb am 26. April 1969 im Alter von 86 Jahren nahe seines geliebten Dojos.

Aikido ist eine friedvolle Budo-Disziplin und wird tendenziell eher zu den »sanften Künsten« gezählt, eine Wahrnehmung, die auf der Abwesenheit von Tritten und dem fast vollständigen Verzicht auf Stöße und Schläge beruht.

Wahres Aikido ist defensiv! Nicht Gegnerschaft, sondern ihre Aufhebung ist das Ziel. Die Urformen dieser Techniken waren tödlich – auf den Schlachtfeldern der Samurai gab es keine zweite Chance –, sie wurden aber von O Sensei Morihei Ueshiba so weiterentwickelt, dass von einer Vernichtung des Gegners Abstand genommen wird. Dem Angriff selbst soll wirksam begegnet werden, nicht der angreifenden Person. Das ist ein zentraler Aspekt in der Philosophie des Aikido.

Zuschauer einer Aikido-Demonstration erwarten, dass beim Aufeinanderprallen zweier Kräfte die schwächere unterliegt. Aikido hingegen zeigt keine äußeren Anzeichen von Kraft, Anstrengung, Kampf. Die Akido-typischen Bewegungsmuster sehen leicht und unverkrampft aus – wie ein Spiel. Folglich könne es nicht »echt« sein und nicht funktionieren. Das jedoch ist ein Trugschluss!

Aikido ist so konstruiert, dass es den geschicktesten Gegner neutralisiert, und das selbe gilt für die Kampfkünste, aus denen Aikido sich entwickelt hat. Wenn diese Techniken und Methoden nicht funktioniert hätten, hätte man sie schon lange vergessen.

Es gibt einen weiteren, etwas weniger rühmlichen Grund für die vermeintliche Unwirksamkeit des Aikido: Anfänger im Aikido sind oft so begeistert von ihrer Kunst, dass sie das Bedürfnis haben, ihre ersten Gehversuche an Bekannten auszuprobieren. Diese haben, wenn sie sich wehren oft wenig Mühe, einem Hebel zu entkommen, so dass bei beiden, Aikidoka und Versuchsobjekt, der Eindruck entsteht, dass Aikido nur funktioniere, wenn der Angegriffene mitspielt.

Aikido eignet sich hervorragend zur Selbstverteidigung, ohne dabei jedoch der Gewalt mit neuer Gewalt zu begegnen. Vielmehr wird dem Gegenüber die Sinnlosigkeit seines aggressiven Verhaltens vor Augen geführt. Aikido, seine Techniken und Gedanken, begreift man nicht innerhalb weniger Übungsstunden. Aikido erfordert viel Zeit und Geduld bis man das Gespühr für sein Gegenüber entwickelt hat und die Technik »funktioniert«.

Selbstverteidigung meint auch: Seine eigene Aggression zu beherrschen, verbale Gewalt zu mindern, Unfällen durch erhöhte Achtsamkeit vorzubeugen. Ziele, die man mit dem Training des Aikido erreichen kann.